Obeldicks - das Asterix-Konzept
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Gewicht halten
© PhotoDiscDas Gewicht stabilisieren, heißt es bei "Obeldicks" - dem Schulungsprogramm für übergewichtige Jungen und Mädchen, das seinen Namen dem dicken Obelix aus dem Asterix-Comic verdankt. Das Therapiekonzept setzt also nicht in erster Linie aufs Abnehmen, sondern darauf, dass betroffene Kinder und Jugendliche nicht weiter an Gewicht zulegen. So können sie aus ihren Speckröllchen herauswachsen.
Unterstützung bietet bei Obeldicks ein Betreuungsteam aus Ernährungswissenschaftlern, Kinderärzten, Psychologen, Kinder- und Jugendpsychiatern, Sport- und Bewegungstherapeuten. Das Obeldicks-Konzept wurde 1999 an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln entwickelt, in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund.
Die Bausteine
Die Gewichtsstabilisierung ist nur ein Ziel bei Obeldicks. Die Teilnehmer sollen außerdem ihre Lebensgewohnheiten verändern (Bewegungssteigerung, ausgewogene Ernährung) und das eigene Selbstbewusstsein stärken. Erreicht wird das durch verschiedene Programmbausteine:
• Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie bei Obeldicks basiert auf dem Konzept der "optimierten Mischkost“ des FKE, einer gesunden Ernährungsform nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Beim gemeinsamen Kochen lernen die Kinder und Jugendlichen, die Nahrungsmittel nach dem sogenannten Ampelsystem einzuteilen. So erfahren Kinder und Eltern, welche Produkte ungesund sind (rot) und welche sie ohne Einschränkung genießen können (grün).
• Verhaltentraining
Hier lernen die Kinder durch das Obeldicks-Programm das richtige Essverhalten. Es soll außerdem die Fähigkeit zur Selbstbehauptung und Problemlösung fördern.
• Bewegungstherapie
Die Bewegungstherapie bei Obeldicks soll einfach nur Spaß machen. Die neu geweckte Freude an der Bewegung stärkt zudem das Selbstbewusstsein und vermittelt ein neues Körpergefühl.
Medizinisch überwacht
Vor Beginn des Obeldicks-Programms untersucht ein Kinderarzt die jungen Teilnehmer gründlich. So lassen sich beispielsweise bestehende Grund- und Folgeerkrankungen wie Diabetes feststellen. Auch während der Schulung gibt es für die Teilnehmer alle drei Monate einen Check beim Arzt.
Hat das Übergewicht vor allem psychische Ursachen, kann der Arzt zunächst eine stationäre Behandlung auf der psychosomatischen Station der Kinderklinik empfehlen. Später kann das Kind dann ins ambulante Obeldicks-Programm einsteigen.
Massgeschneiderte Kurse
Es gibt bei Obeldicks drei verschiedene Therapieprogramme zur Auswahl:
- Obeldicks light ist gedacht für übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren sowie deren Eltern. Aufgeteilt nach Alter und Geschlecht treffen sich die jungen Patienten sechs Monate lang ein- bis zweimal pro Woche zu Bewegungstherapie, Verhaltenstraining und Ernährungskurs. Für die Eltern und Familien gibt es Elternabende, Einzelgespräche und Elterngesprächskreise.
- Obeldicks wurde für massiv übergewichtige Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren und deren Eltern entwickelt. Der Kurs dauert ein Jahr lang, ist ansonsten aber ähnlich aufgebaut wie "Obeldicks light".
- Obeldicks Mini richtet sich an massiv übergewichtige Fünf- bis Achtjährige und ihre Eltern. Für die Kinder gibt es ein wöchentliches Bewegungstraining sowie eine ärztliche und psychologische Betreuung. Die Eltern nehmen neun Monate lang an einem Ernährungs- und Essverhaltenskurs sowie Gesprächskreisen teil.
Zusätzlich bieten die Obeldicks-Gruppen noch ein wöchentliches Sportprogramm an. Es richtet sich an alle übergewichtigen Kinder und Jugendliche, die schon an den Obeldicks-Programmen teilnehmen, teilgenommen haben oder es noch möchten. Die Sportgruppen sind nach Alter und Geschlecht aufgeteilt.
Erfolgsaussichten
Bislang haben mehr als 400 Kinder und Jugendliche an Obeldicks teilgenommen – und die meisten erreichen das wichtigste Ziel, nämlich das Gewicht zu stabilisieren und nicht weiter zuzulegen. "Die Erfolgsquote am Ende der Schulung beträgt 71 Prozent", so Dr. Thomas Reinher, der Initiator des Projekts. Und das positive Ergebnis kann sich auch längerfristig halten. Drei Jahre nach der Schulung liegt die Erfolgsrate den Angaben zufolge noch bei 67 Prozent.
Wo es Obeldicks gibt
Das Obeldicks- Schulungsprogramm gibt es mittlerweile an 15 Standorten in ganz Deutschland, schwerpunktmäßig im Ruhrgebiet. Daneben bietet die Kinderklinik in Datteln regelmäßig Kurse für Therapeuten an, die Obeldicks an neuen Orten etablieren möchten. Genauere Informationen zum dem Programm finden Interessierte im Internet unter: www.kinderklinik-datteln.de/obeldicks.htm.
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